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Dem Nationalsozialismus auf der SpurZum dritten Mal fand für alle 10. Klassen der Städtischen Realschule Werl die Themenwoche „Nationalsozialismus“ statt.
Für die Schülerinnen und Schüler begann am Montag, den 20.08.07 eine Woche voller Informationen und Emotionen.
Der dokumentarische Film „Nacht und Nebel“ von 1955, der das gnadenlos menschenverachtende System der Konzentrationslager auf eindringliche Weise vor Augen führt, forderte geradezu eine Klärung der Frage: „Wie konnte das alles geschehen?“ Auch außerhalb des Unterrichts waren die eindringlichen Bilder Gesprächsthema.
Von Montag bis Donnerstag wurden in thematischen Blöcken die Etappen auf dem Weg zum Führerstaat erarbeitet. Dabei wurden die Hintergründe für die quasi „legale“ Machtübernahme Hitlers hinterfragt und der Alltag in einem „gleichgeschalteten“ Deutschland beleuchtet. Für die Schülerinnen und Schüler war das Alltagsleben der Jugendlichen in der Nazizeit natürlich besonders interessant: „Schule unterm Hakenkreuz“ und „Ohne HJ und BDM läuft nichts“ waren zwei der Themen. Aber auch die NS - Rassenlehre als pseudowissenschaftliche Begründung für die „Judenverfolgung“ (von den Nürnberger Gesetzen bis zum Holocaust) war Unterrichtsgegenstand und natürlich der Holocaust selbst, dessen ganzer Schrecken durch zusätzliche Filmausschnitte, Bilder und Zeitzeugenberichte deutlich gemacht wurde.
Gedenkstein am Synagogenplatz Geburtshaus von Werner Halle Am Mittwoch war als Gast in der Themenwoche der in Werl lebende Dr. Hans-Jürgen Zacher eingeladen, der den Schülerinnen und Schülern seine Forschungsergebnisse zum Nationalsozialismus in Werl vorstellte. Durch seine lebendigen Erzählungen über das Leben der jüdischen Bürger in Werl verstand er es, seine Zuhörer auch für die NS-Vergangenheit vor Ort zu interessieren. Außerdem berichtete er über die die Spurensuche nach dem einzigen jüdischen Überlebenden aus dem Werl der Nazizeit, Werner Halle, Sohn des letzten Vorstehers der jüdischen Gemeinde. Über diese Spurensuche und die sich daraus ergebende Freundschaft zu „Vern“ (engl. für Werner) hat H.-J. Zacher sein gleichnamiges Buch veröffentlicht.
Auch am Freitag, dem letzten Tag der Themenwoche, erwies sich Herr Zacher noch einmal als ortskundiger Fachmann. Während drei Schülergruppen zu großen Exkursionen zum KZ Buchenwald, zum Nazi - Gefängnis Steinwache in Dortmund und zur Wewelsburg aufbrachen, leitete Herr Zacher eine Führung durch die Stadt Werl. Natürlich unter dem Blickwinkel: Spuren des Nationalsozialismus in Werl. Diese verschaffte einer Gruppe von 19 wissbegierigen Zehntklässlern eine ganz neue Sichtweise über die Vergangenheit ihrer Heimatstadt.
Immer begleitet von dem ungeheuren Detailwissen Herrn Zachers begann der Rundgang in der Buntekuh Straße 5, wo sich das Geburtshaus von Werner Halle befindet. Weitere Stationen waren der Standort der ehemaligen Synagoge, der damaligen „Schandsäule“ mitten auf dem Marktplatz, aber auch jetzt baufällige Wohnhäuser, in denen ehemals jüdische Bürger gelebt haben. Erwartungsvoll endete die Führung auf dem Judenfriedhof. Dieser ist allerdings eher eine Gedenkstätte, weil dort niemand mehr begraben liegt.
Alle Schülerinnen und Schüler zogen am Ende der Themenwoche ein überaus positives Fazit. Ihrer Ansicht nach war die Woche sehr lehrreich und sollte auf jeden Fall für spätere Jahrgänge wiederholt werden.
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Erstellt am 10.09.07 von Niclas und Jonathan